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NPD nimmt an Sommeruniversität gegen Antisemitismus teil PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 18 September 2007

 

Vom 10.09.2007 bis zum 12.09.2007 fand zum zweiten Mal die Sommeruniversität gegen Antisemitismus des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZFA) der TU Berlin statt.

Vor der Vorlesung Werner Bergmanns zu „Antisemitismus und Israelfeindschaft in Europa“ am 10.09.2007 wurde der Berater der NPD in Berlins Verordneten Versammlungen ( BVV) Stefan Lux von Antifaschist_innen entdeckt und aufgefordert zu gehen. Auch die Veranstalter_innen wurden über seine Anwesenheit informiert. Nach kurzer Diskussion zu Beginn der Vorlesung meinte Bergmann lediglich: “Jedem steht es frei an der Veranstaltung teilzunehmen.“ Da auch ein Grossteil der Teilnhemer_innen keine weitere Debatte wünschte, verließen einige Besucher_innen, die die Teilnahme eines Nazis an der Veranstaltung nicht hinnehmen wollten, den Saal, um erneut mit den Veranstalter_innen zu diskutieren. Auch diese verwiesen darauf, das Lux angemeldet sei und es jedem offen stehe an der Veranstaltung teilzunehmen.

Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung, stellte sich später den Fragen von rund 20 Besucher_innen, ging jedoch nicht auf die Argumente dieser für einen Ausschluss des Rechtsextremisten ein. Weder die Mitgliedschaft Lux´ in der NPD noch die reelle Bedrohung von Antifaschist_innen durch die NPD und deren Umfeld im Alltag, konnten ihn umstimmen.

Am 2. Tag tauchte Lux dann mit zwei weiteren NPDlern auf. Da die beiden Neuen jedoch nicht bezahlt hatten, wurden sie von den Veranstalter_innen aufgefordert zu gehen. Dies war anscheinend aber auch der einzige Grund für den Ausschluss. Lux durfte bleiben. Als dies von Antifaschist_innen wieder zur Diskussion gestellt wurde, wurde ihnen vorgeworfen, dass SIE es seien, die die Veranstaltung stören würden, nicht etwa die Nazis. Es bestand fast Einstimmigkeit Lux teilnehmen zu lassen.

Am dritten Tag der Veranstaltung versuchte neben Stefan Lux auch Jan Sturm, Mitglied der NPD und Verordneter in der BVV Neukölln, an der Sommeruniversität teilzunehmen. Er wurde jedoch sofort erkannt und des Raumes verwiesen. Antifaschist_innen stellte nun abermals die Anwesenheit von Stefan Lux zur Debatte, was in lauten Diskussionen zwischen den Teilnhemer_innen mündete. Nach einer Viertel Stunde meinte Peter Widmann , der im Laufe des Tages noch eine Vorlesung zum Thema „Israelkritik und Antisemitismus in der öffentlichen Debatte“ halten sollte, dass die Diskussion zu beenden wäre und Störer ab sofort vom Wachschutz entfernt werden würden. Lediglich Martin Kögel, dessen Vortrag „Antizionismus von links“ von der Diskussion beeinträchtigt wurde, ist zu verdanken, dass die Auseinandersetzung überhaupt solange anhielt.

Zusammenfassend kann also unverblümt gesagt werden, dass Lux und seine Kameraden von einem Großteil der Teilnehmer_innen und den Veranstalter_innen geduldet und der Antifaschismus aus dem Saal verband wurde. Zu keiner Zeit positionierte sich das Zentrum für Antisemitismusforschung zu der Teilnahme eines Rechtsextremisten an der Veranstaltung. Ganz im Gegenteil. Es wurde sogar darauf verwiesen, dass auch im letzten Jahr ein Mitglied der NPD an der Sommeruniversität teilnahm.

Dies ist nichts weiter als eine ungeheure Schande für das ZFA. Es beforscht Antisemitismus, sieht diesen anscheinend aber nicht einmal, wenn er in der ersten Reihe sitzt.

 

Kommentare (2)

Sonja Niehaus said:

 
Der Referent zum Thema "Antizionismus von links" heißt Martin Kloke und ihm ist in Sachen Diskussion von NPD-Anwesenheit auf der Sommeruni des ZfA gar nichts zu verdanken. Darauf angesprochen, ob er in Anwesenheit des Nazis seinen Vortrag halten wolle, entgegnete er ausgesprochen aufgebracht, natürlich wolle er, und gab sehr deutlich zu verstehen, dass er überhaupt nichts von etwaigen dahingehenden Diskussionen halte. Auf die Frage hin, ob er sich nicht als bekennenden Antifaschisten begreife, antwortete er, er verstehe sich als "linksliberalen Antifaschisten", gegen die Antifa und ihr Anliegen reagierte er allerdings eher aggressiv. Den NPDler rauszuschmeissen, sei keine Art, die Antisemiten zu bekämpfen. Seinen Vortrag eröffnete er dann mit dem Hinweis, dass ihm ja jetzt schon eine viertel Stunde Zeit "geklaut" worden sei. Das ihm seiner Ansicht nach nicht der Nazi die Zeit geklaut hat, dürfte nach meinen Ausführungen klar sein. Soviel dazu, was wir Martin Kloke zu "verdanken" haben.
2007-09-20 21:54:20

h2O said:

 
runter kommen und tee trinken.
2007-09-21 16:07:40

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