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HH: 29.09 DemoRave 16h PDF Drucken E-Mail
Freitag, 28 September 2007
DemoRave

Subkultur statt Haute Couture! DemoRave: Bunt, laut, tanzend für ein soziales und kulturell vielfältiges St.Pauli, 4/4 ins Viertel! Samstag 16 h S-Sternschanze

In Hamburg ist die Umstrukturierung in vollem Gange. Neue Stadtteile entstehen, alte werden um- und aufgerüstet, Mieten steigen, alte Strukturen werden zerstört, unliebsame Bevölkerungsschichten auf sanftem Wege verdrängt. Das Ansehen der Stadt soll auf St. Pauli gepflegt werden in dem „Nichtsesshafte“ ein Trinkverbot bekommen. Öffentliche Räume werden privatisiert, der Spielbudenplatz ist jetzt quasi Privatgelände. Das gleiche Schema wie vor ein paar Jahren im Schanzenviertel, in dem einer der schönsten Parks der Stadt für ein paar Messegäste zur dauerüberwachten Einöde wurde.

Auch Subkulturtreibenden bläst kalter Hafenwind entgegen. Das Gezerre auf Ämtern für Ausschank-, Lautstärken und andere sinnvollen Genehmigungen wird zur Teilzeitbeschäftigung mit meist unbefriedigendem Ausgang. Kulturelle Veranstaltungen werden schikaniert, Partys aufgelöst, Veranstalter tragen ein hohes finanzielles Risiko, das für unkommerzielle Künstler schnell die Totalpleite bedeutet. In kreativer Auslegung des Gaststättengesetzes werden Genehmigungen nur bei "besonderem Anlass" ausgestellt. Was besonders ist, dass beurteilen Herr Lange und Frau Weile auf fachkundige Weise. Schlagerparty, Harley-Days. Wird ein klotziges Schiff an Führers Geburtstag in einer Speer-artigen Fluchtlichtshow versenkt, werden Stadtteile gesperrt, Unsummen ausgegeben und Lärmbelästigung gefördert. Selbst der Erhalt bestehender kultureller Orte ist schwierig, viele gute Clubs mussten schließen. Neue Plätze und Freiräume zu gestalten ist ohne riesige Investitionspläne nicht denkbar. Dabei gibt es auch in Hamburg Leerstand.

Visionäre Stadtentwicklung sieht anders aus. Anstatt von Stadtteilen von Weltformat zu träumen, sollte man lieber die Kreativität vor Ort unterstützen. Wir hätten da ein paar Vorschläge und fordern: SUBKULTUR statt HAUTE COUTURE!

Förderung der Sub- und Clubkultur durch:

Bereitstellung leerstehender Flächen für kulturelle Projekte

Genehmigungserteilung für alle Veranstaltungen

Meer Phantasie: Afterhourpark auf der Elbphilharmonie

Umwandlung der Zentralstelle Wildplakatierung in eine öffentliche Druckwerkstatt

Abschaffung der Plaktabreisser, was für ein Unsinn. Archiviert sie!

Sozial ausgeglichene Stadtplanung

Wachsende Lebensqualität statt wachsende Stadt

Um diese Forderungen gebührend zu feiern, gründet sich am Samstag, 29.09. ab 16h an der Sternschanze die lokale Sektion der Hedonistischen Internationalen und paradiert mit einem bunten, lauten und lustigen Zug durch die Viertel. Die Hedonistische Internationale versucht neue Protestformen auszuprobieren, in denen Spaß und Message einhergehen können. Das kann auch Hamburg gut gebrauchen. Für die musikalische Untermalung ist gesorgt. Keiner wünscht, dass wieder Wasserwerfer die Musik ausmachen und die ProtestParty vorzeitig beenden. Wir sind zuversichtlich, ohne Wanderkessel tanzen zu können, friedlich und entspannt zu Park Fiction zu kommen, wenn ihr mal die bunten Kleider ausprobiert, Freude am Tanzen und „gudde Laune“ mitbringt.

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Quelle: Indymedia

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