Subkultur statt Haute Couture!
DemoRave: Bunt, laut, tanzend für ein soziales und kulturell
vielfältiges St.Pauli, 4/4 ins Viertel! Samstag 16 h
S-Sternschanze
In Hamburg ist die Umstrukturierung in
vollem Gange. Neue Stadtteile entstehen, alte werden um- und
aufgerüstet, Mieten steigen, alte Strukturen werden zerstört,
unliebsame Bevölkerungsschichten auf sanftem Wege verdrängt.
Das Ansehen der Stadt soll auf St. Pauli gepflegt werden in dem
„Nichtsesshafte“ ein Trinkverbot bekommen. Öffentliche Räume
werden privatisiert, der Spielbudenplatz ist jetzt quasi
Privatgelände. Das gleiche Schema wie vor ein paar Jahren im
Schanzenviertel, in dem einer der schönsten Parks der Stadt für
ein paar Messegäste zur dauerüberwachten Einöde wurde.
Auch Subkulturtreibenden bläst
kalter Hafenwind entgegen. Das Gezerre auf Ämtern für
Ausschank-, Lautstärken und andere sinnvollen Genehmigungen wird
zur Teilzeitbeschäftigung mit meist unbefriedigendem Ausgang.
Kulturelle Veranstaltungen werden schikaniert, Partys aufgelöst,
Veranstalter tragen ein hohes finanzielles Risiko, das für
unkommerzielle Künstler schnell die Totalpleite bedeutet. In
kreativer Auslegung des Gaststättengesetzes werden Genehmigungen
nur bei "besonderem Anlass" ausgestellt. Was besonders ist,
dass beurteilen Herr Lange und Frau Weile auf fachkundige Weise.
Schlagerparty, Harley-Days. Wird ein klotziges Schiff an Führers
Geburtstag in einer Speer-artigen Fluchtlichtshow versenkt, werden
Stadtteile gesperrt, Unsummen ausgegeben und Lärmbelästigung
gefördert. Selbst der Erhalt bestehender kultureller Orte ist
schwierig, viele gute Clubs mussten schließen. Neue Plätze
und Freiräume zu gestalten ist ohne riesige Investitionspläne
nicht denkbar. Dabei gibt es auch in Hamburg Leerstand.
Visionäre
Stadtentwicklung sieht anders aus. Anstatt von Stadtteilen von
Weltformat zu träumen, sollte man lieber die Kreativität
vor Ort unterstützen. Wir hätten da ein paar Vorschläge
und fordern: SUBKULTUR statt HAUTE COUTURE!
Förderung
der Sub- und Clubkultur durch:
Bereitstellung leerstehender
Flächen für kulturelle Projekte
Genehmigungserteilung
für alle Veranstaltungen
Meer Phantasie: Afterhourpark
auf der Elbphilharmonie
Umwandlung der Zentralstelle
Wildplakatierung in eine öffentliche Druckwerkstatt
Abschaffung der Plaktabreisser, was für ein Unsinn.
Archiviert sie!
Sozial ausgeglichene Stadtplanung
Wachsende
Lebensqualität statt wachsende Stadt
Um diese
Forderungen gebührend zu feiern, gründet sich am Samstag,
29.09. ab 16h an der Sternschanze die lokale Sektion der
Hedonistischen Internationalen und paradiert mit einem bunten, lauten
und lustigen Zug durch die Viertel. Die Hedonistische Internationale
versucht neue Protestformen auszuprobieren, in denen Spaß und
Message einhergehen können. Das kann auch Hamburg gut
gebrauchen. Für die musikalische Untermalung ist gesorgt. Keiner
wünscht, dass wieder Wasserwerfer die Musik ausmachen und die
ProtestParty vorzeitig beenden. Wir sind zuversichtlich, ohne
Wanderkessel tanzen zu können, friedlich und entspannt zu Park
Fiction zu kommen, wenn ihr mal die bunten Kleider ausprobiert,
Freude am Tanzen und „gudde Laune“ mitbringt.
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Quelle: Indymedia
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