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17.10.08 Berlin: Kundgebung wegen dem Mord an Fedyaj vor der russischen Botschaft PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 14 Oktober 2008

fjedor_filatovindy1.jpgAchtung! Anlässlich des aktuellen Nazimordes in Moskau an “Fedyaj“ Feodor Vasilevich Filatov am 10.10.2008 haben wir als Red and Anarchist Skinheads Berlin-Brandenburg für Freitag den 17.10.08 eine Kundgebung in Gedenken an Fedjay vor der russischen Botschaft in Berlin angemeldet. Die russische Botschaft befindet sich Unter den Linden 63-65 direkt neben der S-Bahnhaltestelle Unter den Linden.


Beginn der Gedenkkundgebung ist 17.00 Uhr. Kommt zahlreich und bringt Blumen, Kerzen und Transparente mit.

 

Solidarity with the Moscow Trojan Skinheads

and all other russian Antifascists!

The Struggle continues/goes on - No mercy for fascist scum!


Мы солидарны с Moscow Trojan Skinheads

и со всеми российскими Антифашистами!

Борьба продолжается – Фашистским гадам нет пощады!

 



 

Wir trauern um unseren Freund und Genossen

Filatov «Fedjay» Feodor Vasilevich
Филатов "Федяй" Фёдор Васильевич
02.04.1981 - 10.10.2008

 

In den frühen Morgenstunden des 10. Oktobers 2008 wurde unser Freund “Fedjay“ aus Moskau ermordet. Der 27-jährige “Fedjay“ Feodor Vasilevich Filatov verstarb im Krankenhaus infolge mehrerer Stichwunden.

Er ging gegen ca. 7:30 zur Arbeit, als er direkt vor seinem Wohnhaus von vier Unbekannten, die mit Messern bewaffnet waren, angegriffen wurde. Aufgrund der zahlreichen Stichverletzungen wurde Feodor Filatov ins Krankenhaus gebracht. Feodor starb im Krankenhaus ohne wieder zu Bewußtsein zu gelangen.

 

Wir, seine Freunde und Genossen, sind zutiefst betrübt über seinen viel zu frühen Tod. Wir erinnern uns an Ihn als einen aufrichtigen Freund der weder Fremde in Not, noch seine Genossen und Freunde in bedrohlichen Situationen im Stich ließ. Er gehörte zum Kern der Moscow-Trojan-Skinheads, einem Zusammenschluss antirassistischer SHARP-Skinheads aus Moskau und dem Moskauer Umland. Zur Entwicklung der russischen antirassistischen Skinhead-Szene trug er bei wie kein anderer. Hier in Berlin ist er uns noch in guter Erinnerung: Im Februar 2008 war er für eine Woche zu Besuch, im Mai 2008 besuchten wir ihn in Moskau.

 

Es gibt keinen Zweifel für uns, dass er für seine antifaschistischen Überzeugungen ermordet wurde. Sein Gesicht war den meisten Neo-Nazis in Moskau und Russland bekannt, auf mehreren russischen “Anti-Antifa“-Websites sind Fotos von ihm veröffentlicht worden. Auch Tatort und Tatzeit lassen keinen anderen Schluss zu, dass Feodor Filatov, gezielt von Anti-Antifa-Aktivisten ausgespäht und anschließend gezielt ermordet wurde.


Die Erinnerung an ihn wird ewig in unseren Herzen leben.

Ruhe in Frieden, Bruder.

Wir werden ihn nie vergessen und wir werden niemals vergeben.

Мы не забудем и не простим

 

Um den Druck auf die russischen Behörden, die den zahlreichen Morden durch rechte Gewalt und dem Anwachsen faschistischer Strukturen tatenlos zusehen, zu erhöhen, fordern wir ausdrücklich dazu auf, sich an der von uns angemeldeten Kundgebung zum Gedenken an Fedyaj zu beteiligen:

Anlässlich des aktuellen Nazimordes in Moskau an “Fedyaj“ Feodor Vasilevich Filatov am 10.10.2008 haben wir als Red and Anarchist Skinheads Berlin-Brandenburg für Freitag den 17.10.08 eine Kundgebung in Gedenken an Fedyaj vor der russischen Botschaft in Berlin angemeldet. Die russische Botschaft befindet sich Unter den Linden 63-65 direkt neben der S-Bahnhaltestelle Unter den Linden.


Beginn der Gedenkkundgebung ist 17.00 Uhr. Kommt zahlreich und bringt Blumen, Kerzen und Transparente mit.


Solidarity with the Moscow Trojan Skinheads

and all other russian Antifascists!

The Struggle continues - No mercy for fascist scum!


Мы солидарны с Moscow Trojan Skinheads

и со всеми российскими Антифашистами!

Борьба продолжается – Фашистским гадам нет пощады!


Spendenaufruf

Mit Hilfe der antifaschistischen Kulturinitiative Cable Street Beat (CSB) Gütersloh konnte kurzfristig ein Spendenkonto für Fedyaj eingerichtet werden. Das Spendenkonto wird von CSB verwaltet. CSB Gütersloh hat in Zusammenarbeit mit dem Musik-Label Mad Butcher Records in diesem Sommer einen Benefizsampler für die russische Antifa veröffentlicht. Nähere Infos hierzu auf folgenden Websites

http://www.russland-soli.org/
und http://www.cable-street-beat.de/

Das Spendenkonto lautet:
Sparkasse Gütersloh
Kontoinhaber: Jugendclub Courage
Kontonr.: 36493
BLZ: 47850065
Stichwort: CSB - Fedyaj

Im Fall von Fedyaj werden alleine für seine Beerdigung in Moskau ca. 10.000 Euro benötigt (der Platz auf dem Friedhof muss gekauft werden). Es werden zusätzliche Kosten entstehen, um die Anwaltskosten zu decken. Sollte es zu einer Anklage kommen, muß der Rechtsanwalt, der die Interessen von Fedyajs Familie vertritt, bezahlt werden. Ebenso geht es um eine finanzielle Unterstützung von Fedyajs Familie (Mutter und Schwester mit Kind), die aus einfachen Verhältnissen kommen und solche für sie utopisch hohen Summen nicht auftreiben können.

Sollte es zu einem Überschuss kommen, werden diese Gelder für den bereits zur Verfügung stehenden Topf zur Unterstützung der russischen Antifa, abgetreten.



Zur Situation in Russland

In den russischen Medien wird bislang gar nicht über den Mord am Antifaschisten Fedyaj berichtet. Lediglich einige wenige Internet-Portale berichten über den Mord.

Wir fordern alle sich als antifaschistisch verstehenden Menschen in Deutschland dazu auf, sich diesen Aktionen aktiv anzuschließen.

Wir würden uns insbesondere darüber freuen, wenn sich auch Menschen aus den russischsprachigen Communities beteiligen:

Sieg über den Faschismus“ darf nicht bedeuten, dass man lediglich in nostalgischer Erinnerung auf das Jahr 1945 zurück blickt und die gefallenen Soldaten der Roten Armee, Partisanen und Veteranen ehrt. Gelebter Antifaschismus bedeutet, dass egal ob im heutigen Russland, der Ukraine, Deutschland oder sonst wo, nationalistisch-faschistische Positionen geächtet werden und faschistische Strukturen bekämpft werden auf allen Ebenen und mit allen Mitteln.

Der größte Unterstützer für solche Taten ist ein zunehmendes Klima des Hasses, das durch extremen Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus geschürt wird, während die russische Mehrheitsgesellschaft dieses Klima durch ihre Gleichgültigkeit unterstützt. Die absolute Mehrheit der russischen Strafverfolgungsbehörden stuft die rassistischen Gewalttaten und rechten Morde verharmlosend als „Rowdytum“ (Hooliganismus) und „Bandenkrieg“ ein.


Bei der von uns angemeldeten Kundgebung geht es vor allem darum, mit einem möglichst breit gestreuten Bündnis dem Tod von Fedyaj zu gedenken.

Wir kritisieren stark das bisherige Verhalten der russischen Behörden, wie zaghaft sie bislang gegen die rechte Gewalt und politisch motivierten Morde durch Faschisten (von russischen Nationalisten bis hin zu russischen Neo-Nazis), Rassisten und Antisemiten ermittelt. Die Repressionsorgane in Putins „gelenkter Demokratie“ sind zwar „hervorragend“ dazu in der Lage, nahezu sämtliche oppositionellen Organisationen und Bewegungen zu kontrollieren bzw. zu unterdrücken, sie sind bzw. sehen sich aber gleichzeitig nicht in der Lage, organisierte rechtsextreme Strukturen zu bekämpfen?!!!

Es gibt einige wenige (sehr rare) Beispiele, in denen russische Strafverfolgungsbehörden den rechtsextremen Hintergrund der Täter in die Urteilsbegründung mit aufgenommen haben und beim Strafmaß berücksichtigten.

Wir sind keinesfalls anti-russisch eingestellt. Auch hier in Deutschland gibt es ein massives Problem mit Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie, etc.. Wir hegen keinen Hass auf die russische Bevölkerung. Im Gegenteil, wir unterstützen unsere russischen Freunde und Genossen im Kampf gegen den erstarkten Faschismus in Russland. Einige von uns sind im regen Kontakt mit russischen Antifaschisten und besuchen sie regelmäßig in Russland. Ein Gesellschaftsklima, in dem Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie und andere Diskriminierungsformen wachsen können, wird von uns kritisiert und bekämpft, egal ob in Russland oder Deutschland.

Auch wenn Sie weiterhin denken sollten, dass es sich hier um eine reine „Antifa-Veranstaltung“ handeln sollte, fordern wir Sie als russischsprachige MigrantInnen und Migranten und natürlich auch alle anderen Menschen ausdrücklich dazu auf, sich an dieser Kundgebung zu beteiligen und gegen die rechten Morde in Russland ein Zeichen zu setzen.


RASH Berlin/Brandenburg


Kommentare (6)

TM ( Moscow Trojan Skinheads ) said:

 
thanks for your support guys!United we stand.Divided we fall.
No mercy for the scum. The war's not over.
2008-10-15 13:43:44

Jaroslav said:

 
The Struggle continues/goes on - No mercy for fascist scum!
:-)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))
who will next?

2008-10-16 00:23:04

RASH BB said:

 
Redskins vor russischer Botschaft
Berlin. Berliner Redskins wollen am heutigen Freitag um 17 Uhr vor der Russischen Botschaft in Berlin gegen die zunehmende Gewalt von Neofaschisten in der Russischen Föderation demonstrieren. Erst vor wenigen Tagen hatten Neonazis in Moskau auf offener Straße einen Antifaschisten erstochen. Er gehörte einer antirassistischen Skinhead-Gruppe an und war ins Visier von Anti-Antifa-Aktivisten geraten. Anfang Oktober gestanden zwei Moskauer Jugendliche, aus Fremdenhaß gemeinsam 20 Morde begangen zu haben.

Im Mai waren vier russische Rechtsextremisten zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie im August 2006 einen Bombenanschlag auf einen Markt im Osten der russischen Hauptstadt verübt hatten, bei dem 14 Menschen starben. Die Explosion hatte eine zweigeschossige Markthalle zum Einsturz gebracht, in der viele chinesische und vietnamesische Händler ihre Waren anboten. (jW/AFP)
2008-10-17 11:23:25

RASH BB said:

 
Trauer um Moskauer Antifaschisten
Freunde rufen gegen rechte Morde zu Kundgebung vor russischer Botschaft auf
Von Oliver Theven

Am Morgen des 10. Oktober 2008 machte sich Fedor Filatov wie jeden Tag auf den Weg zur Arbeit. Doch der Antifaschist sollte das Verlassen seines Moskauer Wohnhauses nicht überleben. Mehrere Angreifer fielen vor dem Hauseingang über den 27-Jährigen her und stachen mit Messern auf ihn ein. Er erlag wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Erst vor wenigen Monaten war Filatov bei Mitstreitern in Berlin zu Gast und besuchte ein Spiel des Potsdamer Fußballvereins SV Babelsberg 03, der für seine antirassistisch engagierten Fans bekannt ist. Der Schock bei seinen hiesigen Freunden sitzt tief, der Zorn ist groß. Für den heutigen Nachmittag haben die linken Red and Anarchist Skinheads Berlin-Brandenburg zu einer Trauerveranstaltung vor der Botschaft der Russischen Förderation aufgerufen. Sie fordern vom russischen Staat, der durch das Land rollenden Welle fremdenfeindlicher Gewalt endlich konsequent zu begegnen: »Die russischen Machthaber ziehen sich auf nostalgische Erinnerungen an den Sieg über den Faschismus 1945 zurück und verharmlosen die alltägliche faschistische Gewalt als Rowdytum«, erklärte einer der Organisatoren gegenüber ND.

Fedor Filatov war ein Skinhead. Doch mit Neo-Nazis und Ausländerhass hatte er nichts zu schaffen ? im Gegenteil. Er war Antifaschist und engagiert bei den »Moscow Trojan Skins«, einer Gruppierung, die sich zwar Vaterlandsliebe auf die Fahnen schreibt, Rassismus jedoch scharf verurteilt. Die Mitglieder bezeichnen sich als SHARPs (Skinheads against racial Prejudice) und stellen sich der Vereinnahmung der Skinhead-Subkultur durch rechtsextreme Ideologen entgegen. In Moskauer Antifa-Kreisen ist man sich sicher, dass der an eine Hinrichtung erinnernde Mord auf das Konto rechtsradikaler Täter geht.

Immer wieder kommt es in russischen Städten zu brutalen Übergriffen. Moskauer Märkte werden geschlossen, weil Drohungen gegen die tadschikischen und usbekischen Händler eingehen. Jüdische Friedhöfe werden geschändet, Menschen kaukasischen oder asiatischen Aussehens auf offener Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln von bewaffneten und in Gruppen auftretenden rassistischen Jugendlichen attackiert. Werden die Täter gefasst, haben sie meist nur geringe Geldstrafen zu befürchten.

Verstärkt wird das Problem durch ein gesellschaftliches Klima, in dem Nationalismus und Misstrauen gegen Fremde ? angeheizt durch die Konflikte im Kaukasus und auf Betreiben der Regierung ? eine starke Verbreitung gefunden haben. So lebt die kleine russische Antifa-Szene wegen ihres offenen Eintretens gegen rechtsextreme Positionen in ständiger Angst. Gegen gezielte Mordanschläge ist sie machtlos. Umso mehr weiß sie Solidarität zu schätzen. Soli-Gelder aus Polen, der Ukraine und Deutschland zur Unterstützung der Hinterbliebenen des Ermordeten trafen in den letzten Tagen in Moskau ein.

Kundgebung, Russische Botschaft, Unter den Linden 63-65, 17 Uhr;

Spenden: Sparkasse Gütersloh, Jugendclub Courage, Stichwort: CSB - Fedyaj, Konto.: 36493, BLZ: 47 85 00 65

Quelle: Neues Deutschland 17.10.08
2008-10-17 11:24:34

RASH BB said:

 
Freitag in Berlin: Gedenken an russisches Neonaziopfer

In den frühen Morgenstunden des 10. Oktobers 2008 wurde in Moskau der 27-jährige Feodor Vasilevich ?Fedjay? ermordet. Er starb im Krankenhaus infolge mehrerer Stichwunden. Er gehörte zu einer nichtrechten Skinheadgruppe, die sich gegen Neonazis engagierte. Seine Berliner Freunde haben MUT gebeten, folgenden Aufruf zu veröffentlichen, der auch an die russischen Behörden appelliert, Neonazigewalt nicht länger zu vertuschen.

Weiter: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de...asilevich/
2008-10-17 11:24:54

RASH BB said:

 
Aufruf auf russisch

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Red & Anarchist Skinheads Berlin/Brandenburg (RASH BB)
2008-10-17 15:26:36

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